Katalanzwang auf den Balearen

 

Die ewig Gestrigen haben sich in der Sprachpolitik auf den Balearen durchgesetzt: Unterrichtssprache in den öffentlichen Schulen ist Katalan.

Noch bis vor ein paar Jahren konnten die Eltern selbst entscheiden ob ihre Kinder in Katalan oder in Spanisch unterrichtet wurden. Damit ist es jetzt vorbei. Wer sein Kind auf ein colegio publico gibt muss damit leben, dass es in einer Sprache lesen und schreiben lernt, die kurz nach Barcelona keiner mehr versteht und – mit Verlaub- auch keinen mehr interessiert.Dazu kommt noch, dass auf Mallorca außerdem ein Dialekt existiert, das Mallorquí, was zu weiterer Verwirrung führt.
Das hat fatale Folgen für die Bildung der Kinder, denn Spanisch, das im restlichen Spanien und in vielen anderen Ländern gesprochen und geschrieben wird, erlernen sie nur als Fremdsprache. Das erschwert Zuwandererkindern, aber auch spanischen oder mallorquinischen Kindern und Jugendlichen jeden Wechsel auf das spanische Festland oder überhaupt auf eine Schule mit Spanisch als Unterrichtssprache.  Auch die Annahme einer Arbeit für Jugendliche und Erwachsene außerhalb der Inseln wird unendlich erschwert. Seit 1983 ist Katalan jetzt gleichberechtigte Amtsprache, doch von Gleichberechtigung was das Spanische angeht kann keine Rede sein. Die Praxis sieht anders aus:  Viele Formulare bei den Behörden und in den Schulen gibt es nur auf Katalan. Bei den Behörden, der Polizei und in den Krankenhäusern sind Katalan- Kenntnisse Voraussetzung für eine Anstellung. Die Nationalisten in den Bildungseinrichtungen gehen sogar so weit Schulversammlungen und Schulfeste nur auf Katalan abzuhalten und Informationen für die Eltern nur auf Katalan abzufassen. Immigranten  sind also quasi gezwungen beide Sprachen zu lernen, wenn sie ihre Kinder in der Schulzeit begleiten wollen.
Jeder, der mit Kindern nach Mallorca oder auf eine der Nachbarinseln auswandern will sollte sich darüber bewusst sein.
Den einzigen Ausweg aus diesem Dilemma bilden die privaten Schulen. Unter ihnen gibt es auch einige, die Spanisch als Unterrichtssprache etabliert haben. Außerdem gibt es beispielsweise auf Mallorca auch mehrere Schulen, die als Unterrichtssprache Englisch, Deutsch oder Französisch anbieten. Das Ganze hat nur den Nachteil, dass diese Schulen für die Eltern recht kostenintensiv sind. Mehr Infos zum Thema Schulen gibt es bei Vsspanien. info.

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