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Spanisches Gesundheitssystem total verschuldet

 

Nach Informationen aus der Pharmaindustrie haben die regionalen staatlichen Gesundheitszentren rund 10 Milliarden Euro Schulden bei den Lieferanten angehäuft. Sprecher der Industrie sagten, man könne das staatliche Gesundheitssystem nicht mehr weiter finanzieren. Die Schulden der Autonomieregionen bei den Lieferanten der staatlichen Hospitäler und Gesundheitszentren für die Lieferung von Medikamenten, medizinischen Apparaturen und anderen Produkten hat einen solchen Höchststand erreicht, dass der Fortbestand des Systems gefährdet ist, berichteten Brancheninsider.
Von den mehr als 10 Milliarden Euro wurde ungefähr die Hälfte für Medikamente ausgegeben, die andere Hälfte wurde für die Ausstattung der Zentren gebraucht. Für die Lieferanten ist der Schuldenberg eine untragbare Situation, sie berichten, dass sie in einigen Regionen seit 400 Tagen kein Geld mehr bekommen haben. In Andalusien, Murcia und Valencia sei sogar seit mehr als 700 Tagen, also fast zwei Jahre lang, keine Rechungen mehr beglichen worden.

Humberto Arnés, Generaldirektor der Pharmaindustrie in Spanien
kündigte an, die Privatindustrie werde das öffentliche System nicht weiter finanzieren, denn wenn die Firmen so weitermachten, gerieten sie selbst in Gefahr. In den letzten fünf Monaten sind die Schulden der staatlichen Hospitäler um 10% gestiegen, die Zahlungsrückstände haben damit einen historischen Höchststand erreicht.  Seit 2007 war nach Auskunft der Vereinigung der Medizinaltechnik-Firmen die Schuldenlast der Krankenhäuser um 270% angestiegen. Andalusien ist dabei mit 1,1 Milliarden Euro unbezahlter Rechnungen trauriger Spitzenreiter.
Behörden und Kommunen brauchen im spanischen Durchschnitt 431 Tage, um ihre Rechnungen bei den Lieferanten der Krankenhäuser zu bezahlen. Das ist achtmal länger als das Gesetz erlaubt.

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