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Spanien – Krise trifft Schulen und Kindergärten mit voller Wucht

 

Weniger Lehrer und noch mehr Kürzungen, der schlechte Start der Schüler und Lehrer der öffentlichen und halböffentlichen Schulen in das Schuljahr 2012/2013 ist vorprogrammiert.

Tausende Familien verlieren zudem die ayuda de libros, die Zuschüsse für den Kauf der Schulbücher, die für einen Erstklässler in Spanien schon mehr als 200 Euro kosten. Das meldete jetzt die Zeitung El Pais.

Acht Millionen Kinder kehren Mitte September an die spanischen Schulen zurück. In Andalusien, Asturien und Katalonien gab es bereits die ersten kleineren Proteste gegen die Kürzungen. Weitere sollen spanienweit folgen. Fast alle Stipendien und andere Unterstützungen fallen einfach weg. Die Zahl der Lehrer wird außerdem um Zehntausende weiter reduziert, die Schülerzahl pro Klasse angehoben und die Arbeitsstunden der verbleibenden Lehrer erhöht. Besonders betroffen ist der Förderunterricht.  Wie viele Lehrerstellen genau wegfallen werden, ist noch unklar, geschätzt werden zwischen 20.000 bis 80.000 Stellen. Die Zahl der Schüler hingegen wird weiter steigen.

Die 6 Milliarden Euro Kürzungen seit 2010 treffen zum ersten Mal auch die halbprivaten Schulen mit voller Wucht.  Sie zahlen ihren Lehrern 4,5% weniger Lohn und haben 1,5% weniger Geld für andere Ausgaben zur Verfügung. Zusammen mit der Anhebung der Mehrwertsteuer von 18 auf 21%, wodurch die Ausgaben u. a. für Strom, Gas und Telekommunikation gestiegen sind, sind die halbstaatlichen Schulen damit in ihrer Existenz bedroht. Auch die Privatschulen leiden unter der Krise, obwohl sie auch vorher kein Geld vom Staat bekamen. Sie verloren im letzten Schuljahr als Folge der Krise mehr als 15% ihrer Schüler und mussten die Belegschaft um 10 % reduzieren.   

Für die Familien der Schulkinder kommt noch hinzu, dass die Mehrwertsteuer für Schulmaterial von 4 auf 21% angehoben worden ist. Das und die Streichung oder drastische Kürzung der ayuda de libros um 76% und die Reduzierung oder Eliminierung der Subventionen für die Schulmensa beschert ihnen einen extrem teuren Herbst.

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